DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Wie ist die Stimmung in Europa


bezüglich urbanen Seilbahnen?
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Noch gibt es viel Papier. Der Wunsch nach Seilbahnen im urbanen Raum ist in Europa angekommen. Wenige haben ihn bisher realisiert und zeigen sich sehr zufrieden damit. Viele denken darüber nach und befinden sich in heißen Diskussionen mit den Gegnern. Doch immer mehr wissen: Die urbane Seilbahn ist ein Verkehrsmittel der Zukunft. (Foto: www.guentheregger.at)

In Lugano wurde die alte Trasse genutzt und eine neue Stadtbahn gebaut, in Brest schwebt seit Ende 2016 eine Seilbahn über den Fluss, in Koblenz fährt jene Seilbahn, die anlässlich der Bundesgartenschau 2011 erbaut wurde erfolgreich für den öffentlichen Nahverkehr aber auch als touristische Attraktion weiter.Perugia verlässt sich schon jahrelang auf die Umweltfreundlichkeit der Bahn, welche die Unterstadt verbindet und an Flughäfen wie beispielsweise in Frankfurt am Main sorgen Minimetro oder People Mover dafür, dass die Gäste schnell von A nach B kommen.

 

 

CO2-Problematik, schwindende Erdölreserven, Luftverschmutzung und Dauerstau in vom Autoverkehr verstopften Straßen sollten Grund genug sein über Alternativen nachzudenken. Foto: Fraunhoferinstitut

Langsam aber sicher erwacht Europa aus dem Dornröschenschlaf. Was in Südamerika, Nordafrika und Asien schon State of the Art ist, soll nun auch vermehrt in europäischen Großstädten eingesetzt werden: Seilbahnen als Lösung für Verkehrsprobleme. Doch noch liegt mancherorts eine tiefe Kluft zwischen Befürwortern und Gegnern. Beachtlich ist aber eines: Wer sich zwischen Moskau und Brest für die Errichtung einer Stadtbahn entschlossen hat, zeigt sich glücklich über diese Entscheidung.

 

 

Auch in der oberösterreichischen Stadt Linz träumt man von einer Seilbahn. Die Linzer Planeten-seilbahn wurde anfänglich belächelt, bringt aber immer mehr Denkanstöße.  Foto: Keplerforum Linz

Diskutiert wird mittlerweile vielerorts, Universitäten, Institute, Foren und Vereine  befassen sich mit diesem Thema. Vom Keplerforum in Linz bis zur Uni in Karlsruhe, in Bürgermeisterstuben und Umwelt-Organisationen wird darüber diskutiert, wie man Mobilitätskonzepte endgültig vom Paradigma „Boden“ abheben kann. Wie man den Stadtverkehr erfolgreich ans Seil hängen kann und die Menschen zwischen Häusern und „Mobilitäts-Hubs“ bewegt werden können.

Christine Oppitz-Plörer,


Bürgermeisterin von Innsbruck:

 

„Wir haben mit der Hungerburgbahn eine Bahn, die von der Stadt zur Sonnenterrasse von Innsbruck führt. Sie wird begeistert angenommen. Sowohl von Einheimischen als auch von Gästen. Nun ist die Patscherkofelbahn in Planung. Sie ist mit dem innerstädtischen ÖV erreichbar und damit auch eine Art urbane Bahn, die ins Naherholungsgebiet der Innsbrucker führt. Sie wird ein großer Gewinn für unsere Bewohner und Gäste sein.“

Francoise Cuillandre,


Bürgermeister von Brest:

 

 „Angesichts einer Option vom Typ Schwebefähre, Straßenbrücke oder bewegliche Überführung hat sich die Stadtgemeine Brest Métropole Océane als Bauherr für das Prinzip einer Seilbahn mit Anbindung an eine Straßenbahnhaltestelle im Stadtviertel Siam entscheiden – aufgrund der wesentlich niedrigeren Kosten und einese unvergleichlichen C02-Fußabdrucks.“