DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Seilbahn ist machbar


Verspätetes Geschenk zum 400. Geburtstag von Göteburg
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In Göteborg geht es voran: Die Idee, mit einer Seilbahn das bestehende Nahverkehrsnetz zu erweitern, wird immer konkreter. Die Machbarkeitsstudie spricht für den Bau, auch die Göteborger sind laut einer Umfrage für das alternative Transportmittel. Jetzt muss nur noch die Stadtregierung ihr OK geben. Dann könnte die Seilbahn ein – etwas verspätetes – Geburtstagsgeschenk zum 400jährigen Stadtjubiläum werden.

Im Jahre 2021 feiert die zweitgrößte schwedische Stadt ihr 400-jähriges Jubiläum. Für Göteborg soll es dann ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk geben – so der seit vielen Jahren gehegte Wunsch: Eine drei Kilometer lange 3S-Bahn wird die Innenstadt mit den Stadtvierteln Lindholmen, Ramberget und Wieselgren verbinden. Die Seilbahn soll pro Stunde 4000 Fahrgäste transportieren, wobei auch der Fluß Göta Älv passiert wird. Geschätzte Kosten für den Bau: 110 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Göteborger sagen „Ja“
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Die Göteborger, übrigens ähnlich wie die Holländer, eingefleischte Radfahrer, sind von dem Projekt durchaus angetan. Laut einer Umfrage sprechen sich 70 Prozent für die Seilbahn aus, unter der Voraussetzung, dass sie ihr Fahrrad mitnehmen dürfen (siehe auch Interview Seite...) Das Planungsgebiet erstreckt sich nördlich des Hafens, unweit des Stadtzentrums von Göteborg.

 

Es gibt insgesamt vier Stationen, die erste befindet sich am zentralen Nahverkehrsknotenpunkt Järntorget südlich des Hafens, dem heimlichen Hauptplatz der Göteborger. Zu den Vorteilen von Göteborg gegenüber anderen Städten zählt die Nähe zum Wasser – im Süden grenzt Lindholmen an den Fluss Göta Älv. Zur Zeit wird Wieselgren im Norden der Stadt über zwei Brücken mit dem Innenstadtbereich südlich des Göta Älv verbunden.

 

 

Als öffentliche Transportmittel stehen bislang Straßenbahnen, Busse und Fähren zur Verfügung. Lindholmen, in dem einst viele Industriebetriebe angesiedelt waren, ist heute im Begriff, sich zu einem Stadtteil, in dem Forschung und modernes Gewerbe dominiert, zu verwandeln. Aber auch mehr Wohnraum soll hier geschaffen werden, denn durch die Technische Hochschule Chalmers, die in diesem Viertel liegt, gibt es seitens der Studenten eine große Nachfrage an Wohnungen.

 

Wenn es nach den Planern und Architekten geht, wird sich in Göteborg einiges verändern. Denn man will nicht nur eine Seilbahn errichten, sondern das Stadtviertel Lindholmen umgestalten, wie etwa mit großen Plätzen, die zum Verweilen einladen oder etwa breite Fußwege, die auf‘s Flanieren Lust machen.

Ausblicke, aber keine Einblicke
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Im Stadtteil Wieselgren nördlich von Lindholmen soll ein neuer öffentlicher Nahverkehrsknoten für Straßenbahn, Bus und Seilbahn entstehen. Die geplante Mittelstation Västra/Ramberget ist auf dem Betriebsgrund von Volvo Trucks, einer der wichtigsten Arbeitgeber in Schweden, vorgesehen. Während der gesamten Seilbahnfahrt ergeben sich für die Fahrgäste schöne Ausblicke, aber keine Einblicke in die Privatsphäre.

 

Denn laut den Planern führt die Strecke großteils über öffentlichen oder gewerblichen Grund. Nur im Bereich von Wieselgren werden einzelne Wohnblöcke überquert. Hier wird die Seilbahn jedoch hoch über den Häusern geführt, so dass sich niemand gestört fühlen wird.

Und auch über das Aussehen der Stationen hat man sich bereits GedankenWettbewerbes lassen einen Staunen. Hochmoderne, futuritisch aussehende Gebäude werden in einigen Jahren – wenn alles weiterhin nach Plan verläuft – das Bild von Göteborg mitprägen. gemacht. Die Ergebnisse eines Architektur

2,8 Mio Euro EU-Förderung
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Übrigens: Ein gutes Argument, warum die Seilbahn wirklich gebaut werden muss, sind die EU-Fördermittel in Höhe von von ca. 2,8 Mio. Euro, die Göteborg bereits bekommen hat. Das Geld kommt von ELENA, eine Initiative, die Projekte in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energie und nachhaltigen Verkehr fördert. Sollte das Projekt nicht realisiert werden, müssten dieses zur Gänze zurückbezahlt werden.