DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN
Umlauf oder Pendel
stadt

Wenn urbane Seilbahnen in Städten zum Thema werden, steht auch immer die Frage im Raum, ob die Anlagen im Umlauf oder im Pendelbetrieb geführt werden sollen. Beim Umlaufbetrieb bildet das Seil mit der bewegenden Funktion eine endlose, über große Scheiben gelenkte Schleife, die sich immer in dieselbe Richtung bewegt. Bei dieser Betriebsart fahren viele Kabinen oder Wagen hintereinander am Seil „aufgefädelt“ auf der einen Seite hin und auf der Gegenseite wieder zurück. (Foto: Leitner ropeways)

Bei der klassischen Pendelbahn verkehren ein oder zwei Fahrzeuge bestehend aus Laufwerk, Gehänge und Kabine im Pendelverkehr zwischen den Stationen. Als Variante gibt es noch die Gruppenpendelbahn, die anstelle von zwei großen Kabinen, zwei Gruppen von kleinen Kabinen hat, welche direkt hintereinander am Seil befestigt sind.

Foto: Gangloff

Pendelbahnen werden vom Zugseil auf einem oder zwei Tragseilen bewegt. Diese sind in der Regel in der „Bergstation“ fest verankert, werden auf der Strecke über Seilschuhe an den Stützen geführt und in der „Talstation“ entweder fest verankert oder mittels Gewichten gespannt. Die auf den Tragseilen fahrenden Laufwerke der Fahrzeuge sind durch das obere und untere Zugseil miteinander verbunden. In einer der Stationen wird dieses Seil durch den Antrieb geführt – in der Gegenstation wird es mit einem Spanngewicht belastet, um die erforderliche Grundspannung zu erzielen. Pendelstrecken auf Schienen sind meist eingleisig und mit einer Ausweichstelle (Abt‘sche Weiche) in der Mitte konzipiert.

Förderleistungen

Die Beförderungsleistung beim Umlaufbetrieb hängt von der Größe der Kabinen oder Wagen und deren Folgezeit ab. Die Gondel fassen in der Regel vier bis 15 Personen. Dabei werden je nach Kabinengröße Förderleistungen von bis zu 3.600 Personen pro Stunde erreicht. Umlaufbahnen sind mit betrieblich kuppelbaren Klemmen ausgestattet, die Abfahrt erfolgt dadurch in kürzesten Zeitabständen, die Fahrgäste müssen sich keine Abfahrtszeiten merken.

Die Kuppeltechnik ermöglicht zudem ein komfortables und sicheres Ein- und Aussteigen bei niedrigen Geschwindigkeiten in den Stationen und Geschwindigkeiten von bis zu sechs Metern pro Sekunde auf der Strecke. Auch der Transport von Rollstühlen und Kinderwagen ist kein Problem. Außerdem können Sportgeräte (wie Rodel, Fahrräder etc.) befördert und Lastentransporte (bietet Platz für eine Euro-Palette) durchgeführt werden. Beim Pendelbetrieb sind die Größe der Fahrzeuge, die Fahrgeschwindigkeit und die Streckenlänge die maßgebenden Faktoren für die erreichbare Beförderungsleistung.

Maximale Beförderungsleistungen sind mit Schienenseilbahnen (höchste Geschwindigkeit) im Pendelbetrieb (größte Wagen) auf kurzen Strecken (kürzeste Fahrzeit) erreichbar. Dabei liegt die Förderleistung von Pendelbahnen je nach Kabinengröße (von sechs bis 200 Personen), Fahrgeschwindigkeit (bis zu 12 m/s) und Fahrbahnlänge zwischen 500 und 2.000 Personen pro Stunde. Bei schienengebundenden Seilbahnensystemen können noch höhere Förderleistungen erzielt werden, wie etwa bei Cable Liner oder MiiniMetros (bis zu 3.000) und Standseilbahnen (bis zu 8.000 Personen pro Stunde).