DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN
Startschuss für die Modernisierung

Die Glungezerbahn I soll die gleichnamige Doppelsesselbahn aus dem Jahr 1967 ersetzen und somit den Start für die Modernisierung des Skigebiets Tulfes-Glungezer darstellen. Die Ersetzung der fix geklemmten Sesselbahn durch eine neue kuppelbare 10er-Gondelbahn ohne Sitzheizung würde den Einstieg ins Skigebiet deutlich schneller und komfortabler gestalten und dadurch für viele Besucher attraktiver werden.

Bereits im Winter 2018/2019 könnten die ersten 600 Höhenmeter aus dem Tal innerhalb von 6,5 min überwunden werden. Neben der erheblichen Zeiteinsparung wird die Förderleistung von 900 P/h auf 2000 P/h mehr als verdoppelt.

Der Neubau der Bahn ist allerdings nur ein Teil des gesamten Modernisierungsprojekts im Skigebiet. Nach dem erfolgreichen Bau der ersten Sektion für ca. 7 Millionen Euro soll auch die zweite Sektion fertig gestellt werden. Das Gesamtvolumen umfasst nach übereinstimmenden Medienberichten wohl 18 Millionen Euro.

 


Bis es soweit ist, gilt es aber einen straffen Zeitplan einzuhalten, welcher mit dem positiven Baubescheid am letzten Donnerstag beginnen sollte. Es war geplant, bereits am jetzigen Wochenende mit dem Abbau der Doppelsesselbahn zu beginnen. Allerdings muss der Startschuss wohl um einige Wochen verschoben werden, weil es einen Einspruch eines Eigentümers gab, welcher durch die Erweiterung der breiteren Lifttrasse betroffen ist.

Dieser Einspruch konnte bisher noch nicht bearbeitet werden, sodass der Baubescheid noch nicht rechtskräftig ist. Hierbei hofft der Bahnbetreiber auf eine baldige Lösung mit dem Anlieger, ansonsten muss eine Klagefrist von 4 Wochen abgewartet werden, sodass die Fertigstellung in diesem Kalenderjahr scheitern würde

 

Noch gibt man sich positiv gestimmt, dass der Zeitplan noch umgesetzt werden kann, jedoch war der letzte Donnerstag trotzdem ein großer Rückschlag für den Bahnbetreiber. Hierzu wird es nach neusten Informationen nächste Woche wohl ein endgültiges Urteil geben, weil dort ein Gespräch mit allen Verantwortlichen stattfinden wird.

Garaventa

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Neubau der Bahn verschoben werden müsste. Eigentlich sollte die erste Sektion bereits vor 2 Jahren modernisiert werden, wobei auch damals Probleme mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke und die damit verbundenen Grundstückumwidmungen für bürokratischen Mehraufwand sorgten. Diese Verzögerung ist deshalb so brisant, weil das Skigebiet in der Saison 2015/16 und 2016/17 rote Zahlen schrieb, wobei dies vor allem auf die Schneeunsicherheit der Region zurückzuführen ist. Das Skigebiet erstreckt sich zwischen 950m und 2304m über N.N, wobei man auf Naturschneepisten setzt.

Es gibt nur ein paar wenige Schneekanonen, welche punktuell zur Nachbeschneiung eingesetzt werden. Somit war das Skigebiet stark betroffen von den niederschlagsarmen Bedingungen in den letzten Jahren. Ob hierbei eine Modernisierung der Gondelbahn nachhaltig ist, wird von vielen lokalen Akteuren durchaus kritisch betrachtet.

 

Schließlich geht man in der Wissenschaft davon aus, dass alle Pisten unterhalb von 1500m dauerhaft mit zu wenig Naturschnee zu kämpfen haben. Allerdings ist geplant, in der nächsten Saison in Verbindung mit dem zweiten Teilprojekt eine Beschneiungsanlage zu installieren. Diese soll für eine langfristige Stabilisierung der Saisonzeiten sorgen, wobei die Beschneiung der Talabfahrt aus rechtlichen Gründen nicht machbar ist.