DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Bogota


The next level of mobility auch für kolumbiens Hauptstadt

Mit Ausnahme von Erdöl und Kohle werden 99 Prozent der Güter in Kolumbien per Lkw transportiert. Das Projekt 4G „vierte Generation von Autobahnkonzessionen“ soll eine Erweiterung und eine Beruhigung des überlasteten Verkehrsnetzes bringen. Die derzeitige Straßenqualität ist in einem schlechten Zustand und liegt im Ländervergleich des Global Competitiveness Report des World Economic Forum auf Platz 130 von 148.

Fotos: DOPPELMAYR

In Medellín wie auch in La Paz verkehren seit einigen Jahren urbane Seilbahnen um den Stadtverkehr zu erleichtern. Diese Anlagen binden die meist am Rande der Stadt gelegenen Hügelorte an das öffentliche Transportnetz an.

 

In diesen Gebieten leben viele Menschen, für die die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ein leichterer Zugang zur Erwerbsfähigkeit und eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet. In Cali (Kolumbien) wurde im September 2015 die erste Seilbahn in Betrieb genommen, welche seither das Leben der Menschen stark beeinflusst.

 

Dank dem österreichischen Seilbahnhersteller DOPPELMAYR verfügt nun auch Bogotá über eine eigene Anlage.

Plan für den intermodalen Verkehr

Ende 2015 präsentierte das kolumbianische Verkehrsministerium den sogenannten Masterplan für den intermodalen Verkehr (Plan Maestro de Transporte Intermodal) 2015-2035.

 

Demzufolge soll in den kommenden 20 Jahren eine Vernetzung der Transportmittel stattfinden, welche Autobahnen, Zugstrecken, Flusstransport, Häfen und Flughäfen umfasst. Dazu verbindet der Plan das laufende Programm zum Infrastrukturausbau und ergänzt es an fehlenden Stellen.

 

Im Zuge dessen wurde auch das Seilbahnprojekt in Bogotá am 16. Juli 2015 unterschrieben. Zentrale Aufgabe ist die Einbindung in das bereits bestehende öffentliche Verkehrsmittelnetz. Durch diese Integration wird den Einwohnern der Stadt, sowie den Pendlern das Vorwärtskommen während der Stoßzeiten erleichtert.

Ähnlich wie La Paz, mit dem größten urbanen Seilbahnnetz der Welt, setzt Bogotá auf Gondelbahnen als leistungsstarkes Verkehrsmittel.

Zentral und schnell

Die über 3,3 Kilometer lange Seilbahn, welche den Stadtteil Ciudad Bolivar mit dem lokalen Busnetz Transmilenio anschließt. Die Gegend ist sehr hügelig und somit ideal für den Einsatz einer solchen urbanen Aufstiegshilfe geeignet.

 

Wie auch in La Paz setzt man in Bogotá auf eine kuppelbare Anlage von DOPPELMAYR, um die Personen zu transportieren. Die vorgesehenen 163 Kabinen, transportieren bis zu 3.600 Personen pro Stunde und Richtung, sodass auch während der Stoßzeiten der Arbeitsweg ins Zentrum kurz gehalten wird.

 

Durch die vier Stationen können die Fahrgäste die zentralen Punkte der Stadt mit der Seilbahn aus dem Hause DOPPELMAYR schnell und einfach erreichen. 

Die erste Etappe der Fahrt, von den Hügeln von Ciudad Bolívar bis zur ersten Station im öffentlichen Netz, erfordert ohne Seilbahn eine einstündige Fahrt in privaten Kleinbussen auf steilen, kurvigen Straßen - außerdem steht auf den Straßen häufig Stau an der Tagesordnung.

 

Die neue Anlage wurde deshalb von der Bevölkerung gespannt erwartet und sorgt nun bereits seit einigen Wochen für eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen vor Ort.

 

Die Seilbahn ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Transportsystems der Stadt sein, weshalb auch der Fahrpreis auf jenen des öffentlichen Busservices abgestimmt wurde (1.800 Pesos = ca. 0,60 Euro). In Südamerika sind unter anderem auch in Bolivien, Venezuela und Argentinien Seilbahnen von DOPPELMAYR im Einsatz. tm

Ciudad Bolivar


Länge: 3,3 km

Fahrgeschwindigkeit: 5 m/s

Anzahl Kabinen: 163

Kapazität der Kabinen: 10 P.

Hersteller DOPPELMAYR