DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Mit über drei Millionen Fahrten in nur 186 Tagen war die Seilbahn am Kienberg die Attraktion der Internationalen Gartenausstellung. Bis 2020 wird die Anlage durch die Firma LEITNER betrieben, aber schon jetzt fragt man sich, was nach dieser Zeit mit der Seilbahn passieren soll. Die CDU in Berlin hätte da bereits eine Idee.

 

SI Urban: Wie würde denn ihr Plan für die Seilbahnanlage aussehen?

 

 

Johannes Martin: Unser Ziel wäre es die Seilbahn nicht nur zu erhalten, sondern auch erfolgreich zu betreiben. Dafür würden wir sie in das öffentliche Verkehrsnetz integrieren wollen, so dass man die Anlage auch mit dem ÖPNV Ticket der Stadt Berlin nutzen kann. Damit wäre die Seilbahn nicht nur für Touristen, sondern auch für Pendler sehr interessant.

Es wurde berichtet, dass es ein Veto der Stadtverwaltung zu dieser Idee gibt. Woran glauben Sie liegt das?

 

Bisher hat man davon geredet die Idee wirklich zu prüfen, doch es ist noch nichts in diesem Bereich passiert. Es müssen zuerst einmal alle Partner an ei- nen Tisch zusammen gebracht werden, um darüber vernünftig reden zu kön- nen. Falls man sich dann einigen sollte, wäre ein Testbetrieb nötig, damit man sieht ob das Angebot von den Personen überhaupt genutzt werden würde. Doch ich denke, wenn die Anbindung an das ö entliche Nahverkehrsnetz gut um- gesetzt wird, besteht sicher Interesse.

 

Man hört immer wieder das Schlagwort Dieselfahrverbot in deutschen Städten, wäre eine Seilbahn ihrer Meinung nach eine Lösung für das dadurch entste- hende Problem vieler Pendler?

Mit dem Dieselfahrverbot muss man überlegen, wie man den Menschen die Anreise sonst erleichtern könnte. Eine Seilbahn ist sehr emissionssparend und wenn man es gut mit anderen An- geboten kombiniert, könnte es auf alle Fälle eine gute Alternative zum Auto sein.

 

Gerade im Marzahner Bereich gibt es zur Zeit nur Busverbindungen, welche schlecht getaktet fahren. Also ungefähr alle 20 Minuten, was für Pendler nicht optimal geeignet ist.

Johannes Martin, ehemaliger stadtrat für Wirtschaft, straßen & Grün ächen in Marzahn-Hellersdorf CDU

Könnten Sie sich auch in anderen Gebieten Berlins Seilbahnlösungen vor- stellen?

 

So etwas erfordert natürlich immer eine starke individuelle Prüfung, aber eine solche Anlage würde sicher in einigen Bereichen eine Qualitätsverbesserung bringen. Wie man bei der Gartenausstellung in Berlin deutlich gesehen hat, besteht gerade in touristischen Bereichen ein großes Interesse an Seilbahnen.

 

Wenn man also überlegt, wo in Berlin immer wieder große Menschenmengen schnell und kostengünstig transportiert werden sollen, würden sich schon einige Stellen für den Einsatz anbieten. Wichtig ist aber in jedem Fall die Anbindung an den öffentlichen Personen Nahverkehr.

 

Das interview führte tamara Mair (tm)