DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Lösung der Verkehrsprobleme:


Urbane Seilbahnen als Zukunft der Mobilität
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Der Blick über den Tellerrand legt immer die Sicht auf absolut vernünftige Alternativen frei. Auch in Fragen der Städteplanung. Und hier insbesondere im vordergründig nicht zu gewinnenden Kampf gegen den überbordenden Autoverkehr. Metropolen in Südamerika und in Nordafrika sowie in Asien zeigen auf, wie Seilbahnen für Verkehrsberuhigung sorgen. Ein guter Grund, diese Erkenntnis auf unsere Breitengrade umzulegen.

Der deutsche Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim plädiert schon lang dafür, Seilbahnen in den öffentlichen Verkehr unserer Städte zu integrieren. Individuell angepasst, was sich gerade beim Verkehrsmittel Seilbahn sehr gut umsetzen lässt. „Urbane Seilbahnen finden bedauerlicherweise in der verkehrspolitischen Debatte in Mitteleuropa noch wenig Aufmerksamkeit“, sagt er. „Zwar wird heute bereits in vielen Städten ansatzweise darüber diskutiert, doch der Durchbruch, den wir uns durch die Realisierung der Koblenzer Seilbahn erhofft haben, ist bislang lediglich auf dem Papier gelungen.“

 

 

Ordu zählt zu den wichtigsten Handelsstädten der Türkei. Direkt am Strand steht die Talstation der Seilbahn. Seit Sommer 2011 entlastet eine 8er-Kabinenbahn von LEITNER ropeways den Verkehr auf den Straßen.  Foto: LEITNER ropeways

Doch Hochleistungsseilbahnen sind absolut tauglich, akute Probleme im Stadtverkehr zu lösen. „Seilbahnen bieten ein preiswertes, schnell realisierbares, innovatives Teilsystem eines erfolgreichen öffentlichen Verkehrs“, so der Verkehrs-Experte aus Trier. „Man kann sie gut zur Velängerung von Schienenstrecken einsetzen oder zur Überbrückung städtebaulicher Hindernisse. Egal ob steile Hänge, Flüsse, Industrieareale, Bahntrassen oder Autobahnen – mit einer Seilbahn kann die Lösung gefunden werden.“


Seilbahnen eignen sich aber auch für Freitzeitparks, Messegelände Shoppingcenter, Flughäfen, Hochschulareale, Forschungszentren oder Kliniken, die keinen Schienenanschluß haben.Sie schließen die Lücke zum nächsten Bahnhof, und das trotz ihres moderaten Fahrtempos von rund 22 Stundenkilometern relativ schnell, weil stau- und kreuzungsfrei.

 

 

Innovative Seilbahnsysteme bieten im urbanen Bereich zahlreiche Vorteile. Sie überwinden Wohngebiete, Flüsse und die bestehende Infrastruktur mit Leichtigkeit und schweben über sämtliche Verkehrsbehinderungen hinweg.  Foto: DOPPELMAYR

Alles spricht für Seilbahnen


 

„Auch die wichtige Frage der Kosten spricht für den Einsatz von Seilbahnen im urbanen Raum“, so der Fachmann. „Die Investitionen in die Trasse sind deutlich geringer als bei Straßenbahnen und noch geringer im Vergleich mit U-Bahnen. Zudem benötigt ihr Bau weniger Platz und Masse. Die Infrastruktur beschränkt sich auf Masten, Seile und Haltestellen. Die Bauzeit kann sehr kurz sein.“


Ein weiterer Vorteil von Seilbahnen sind ihre vergleichsweise geringen Betriebskosten. Der Energieverbrauch ist niedrig und der Personalbedarf bescheiden. So laufen Seilbahnen im vollautomatischen Betrieb, haben eine zentrale Steuerung und bedürfen nur weniger Servicemitarbeiter, die für den geregelten Ablauf in den Stationen und der Betriebszentrale sorgen.

 

 

Seit der Eröffnung der IGA in Berlin am 13. April fährt die LEITNER-GD10-Bahn auf einer Strecke von 1,5 Kilometern Passagiere barrierefrei über das rund 100 Hektar große Austellungsgelände – über das Wuhletal, den Kienberg und die „Gärten der Welt“. Fotos: LEITNER ropeways/Dominik Butzmann

Städtebauliche Highlights


 

Da alle Teile einer Seilbahn individuell entworfen werden können, lassen sie sich von Stadtplanern und Entwicklern bestens ins Stadtbild integrieren und können zudem zu einem technischen Wahrzeichen der Stadt werden. „Für die Seilbahnen spricht auch, dass es die moderne Seilbahntechnik ermöglicht, auf der Strecke Zwischenhaltestellen zu integrieren, unterwegs sind an Masten Richtungswechsel möglich und auch Kurvenfahrten können bewältigt werden. „Was auf jeden Fall angestrebt werden sollte, ist die Förderung von urbanen Seilbahnen als „Bahnen besondere Bauart“. Sie müssen lediglich in das ÖPNV-Netz und den Tarif integriert sein“, sagt Monheim.


Die Bahn in Koblenz, für die Bundesgartenschau 2011 errichtet, ist ein hervorragendes Beispiel. Sie fährt mittlerweile im Regelbetrieb und ist die schnellste Verbindung von den Koblenzer Höhenstadtteilen in die Innenstadt.