DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Doppelmayr


Jetzt sind Kurven angesagt
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Ein Taxi, das in der Luft fährt, kennt man bislang nur aus Sciencefi ction-Filmen. Wenn es nach den Technikern der Firma DOPPELMAYR geht, könnte dies in naher Zukunft Wirklichkeit werden.

 

 

Bis vor kurzem wurden dem Seilbahn- Einsatz im städtischen Bereich noch gewisse technische Grenzen gesetzt. „Die Kurvengängigkeit in der Stadt fehlte schlichtweg“, erzählt Peter Lingenhel von der Firma DOPPELMAYR. Da der Einsatz von urbanen Seilbahnen vor allem im Ortskern nicht möglich war, machte man sich daran, ein eigenes System zu entwickeln, welches verschiedene Kurven mit den unterschiedlichsten Radien problemlos bewältigen kann.

 

Mit der CCC-Technik (City Cable Car) wäre dies jetzt möglich. Das Prinzip funktioniert so: Das Taxi, wie es genannt wird, nimmt die Seilbahnkabinen huckepack und fährt mit ihnen in die Stadt. Der E-Motor ist energieeffi zient, die CCC-Anlage kompakt und kann somit möglichst klein gehalten werden, das Design wird so gewählt, dass es ins Stadtbild passt. Für Nachtfahrten ist die Bahn mit LED-Lichtern versehen.

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Die Stützen sehen aus wie schlanke Bäume mit jeweils zwei Ästen links und rechts und die Strecke verläuft über die vorhandene Infrastruktur. Ein Geräusch ist nur dann zu hören, wenn die Kabine vorbeigleitet. Mit diesem System entsteht eine neue Verkehrsebene, die Bahnsteige sind barrierefrei mit Aufzügen zu erreichen.

Leuchtturmprojekt Wälderbahn


Wie so ein derartiges Projekt in der Praxis aussehen könnte, daran wird bei DOPPELMAYR schon seit einiger Zeit getüftelt. Bei dem Visionsprojekt handelt es sich um die Wälderbahn in Vorarlberg (www.wälderbahn.at). „Entstanden ist die Idee“, erzählt Lingenhel, „eigentlich intern. Wir haben viele Mitarbeiter aus dem Bregenzerwald.

 

Der öff entliche Verkehr ist eine große Belastung. Täglich kommt es zu Staus und wir haben nachgedacht, was man tun könnte.“ Es gibt zwar ein gut ausgebautes öff entliches Verkehrsnetz, darunter auch zahlreiche Buslinien. Doch zu den Hauptverkehrszeiten stoßen auch diese an ihre Kapazitätsgrenzen und auch sie bewegen sich auf den Straßen.

Seilbahn hätte drei Aufgaben


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Fast genau vor einem Jahr wurde das Vorarlberger Leuchtturmprojekt öffentlich vorgestellt. Dieses innovative Projekt, das von der Industriellenvereinigung Vorarlberg, DOPPELMAYR und der Forschungsgesellschaft KAIROS gemeinsam ausgearbeitet wurde, soll einen alternativen Grundstein zur Überwindung von Hindernissen im öff entlichen Verkehr in Vorarlberg bilden.

 

Konkret sieht der Plan so aus, schildert Lingenhel, der betont, dass die Trasse genial sei: „Die Seilbahn führt vom kleinen, aber zentral gelegenen Ort Bersbuch über das Hochälpele, das den höchsten Punkt bildet, über die Sägerbrücke, wo sich gleich in der Nähe das Krankenhaus und der Uni-Campus befi ndet, an der Dornbirner Ache entlang bis zum Hauptbahnhof mit direktem Anschluss an das Zug- und Busnetz.“

 

Julia Schwärzler, zuständig für Marketing und Öff entlichkeitsarbeit bei DOPPELMAYR, sagt: „Insgesamt gibt es fünf Stationen, u.a. auf dem Hochälpele als wichtiger Einstieg ins Skigebiet Bödele, sowie beim Karren, der im Sommer ein beliebtes Wandergebiet ist.“ Im Minutentakt werden bis zu 28 Personen transportiert. Die Fahrt dauert 20 Minuten von Bersbuch bis zum Karren, dort geht die Fahrt mit dem CCC-System weiter Richtung Dornbirner Innenstadt.

Am Projekt dran bleiben


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„Die Seilbahn wäre barrierefrei, auch Kinderwägen und Rollstühle könnten, ebenso wie Lasten bis 2,5 Tonnen, transportiert werden. Die Bahn würde von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr fahren“,schildert Lingenhel und erklärt die drei großen Aufgaben der Seilbahn: „Die Erschließung des Bregenzerwaldes, der optimale Einstieg in das Skigebiet sowie die Ergänzung zum innerstädtischen Verkehr.“

Zur Zeit ist das Projekt noch eine Vision, doch bei DOPPELMAYR will man auf alle Fälle an der Wälderbahn dranbleiben. „Die Seilbahn ist durchaus alltagstauglich. Zahlreiche schöne Projekte beweisen, dass Seilbahnen auch in der Stadt funktionieren. Bei uns werden sie aber oft noch als Transportmittel für die Freizeitgestaltung gesehen. “, meint Schwärzler und schließt sich ihrem Kollegen Lingenhel an, der meint: „Eine Seilbahn direkt vor der Haustür hätte für uns natürlich einen großen emotionalen Wert“. b m

 

Fakten Wälderbahn

  • 3s bahn
  • Verbindung Bregenzerwald mit demRheintal über die Haltestellen: Bersbuch, Hochälpele, Karren
  • Länge: 7.711 m
  • MAx. GEschwindigkeit: 8,5 m/s
  • Förderleistung: 2.000 p/h
  • Fahrzeit: 20 min
  • 2 Sektionen, 8 Stützen,
  • Winkelstation in Kehlegg
  • City Cable Car (CCC)
  • Haltestellen in der Stadt
  • Karren, Sägerbrücke, Bahnhof
  • Länge: 3.280 m
  • Geschwindigkeit: 6,5 m/S
  • Förderleistung: 2.000 P/h
  • Kurvenradius: 100 bzw 50m
  • Fahrzeit: 12 Min