DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN
Interview: Michael Fauché
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Seit ihrer Eröffnung hat die Santo-Domingo-Seilbahn in nur zweieinhalb Monaten bereits eine Million Passagiere befördert. Der Hersteller POMA ist in diesem Fall auch für Betrieb und Wartung der Anlage verantwortlich, was in der Branche ungewöhnlich ist. Das und mehr erfahren wir im Interview mit Michael Fauché, Servicedirektor von POMA.

Warum wird die Seilbahn in Santo Domingo von Seilbahnhersteller POMA auch betrieben und gewartet?

 

Michael Fauché: Schon in der Bauphase teilte uns der Kunde, URBE, seine Anforderungen und Erwartungen bezüglich Sicherheit und Verfügbarkeit sowie hinsichtlich der Wartung des zukünftigen Systems mit. POMA bot seine Expertise in den Bereichen Schulung, Betrieb und Wartung auf Grundlage der in diesem Bereich gesammelten Erfahrungen an. Bei der Umsetzung haben wir Experten an unseren verschiedenen Betriebs- und Wartungsstandorten angesprochen. Unser Team von Spezialisten aus Peru, Kolumbien, Frankreich und Ägypten war für den Transfer des entsprechenden Know-hows zuständig, und zwar von der lokalen Anwerbung geeigneter Mitarbeiter bis zu den fachlichen Schulungen.

 

Warum wird die Seilbahn in Santo Domingo von Seilbahnhersteller POMA auch betrieben und gewartet?

 

Schon in der Bauphase teilte uns der Kunde, URBE, seine Anforderungen und Erwartungen bezüglich Sicherheit und Verfügbarkeit sowie hinsichtlich der Wartung des zukünftigen Systems mit. POMA bot seine Expertise in den Bereichen Schulung, Betrieb und Wartung auf Grundlage der in diesem Bereich gesammelten Erfahrungen an. Bei der Umsetzung haben wir Experten an unseren verschiedenen Betriebs- und Wartungsstandorten angesprochen. Unser Team von Spezialisten aus Peru, Kolumbien, Frankreich und Ägypten war für den Transfer des entsprechenden Know-hows zuständig, und zwar von der lokalen Anwerbung geeigneter Mitarbeiter bis zu den fachlichen Schulungen.

Die Seilbahn wurde am Tag nach ihrer Inbetriebnahme der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Herausforderung?

 

Tatsächlich konnte das dominikanische Team die Anlage ab dem Tag ihrer Einweihung ordnungsgemäß bedienen. Normalerweise rechnet man mit ein paar Wochen Einarbeitungszeit, bevor der kommerzielle Betrieb richtig losgeht. Jedoch konnten wir diesen Zeitrahmen durch tatkräftige Unterstützung des POMA-Expertenteams, welches vor Ort anwesend war, und mithilfe digitaler Betriebs- und Wartungstechnologien, wie etwa UPilot®, entscheidend abkürzen. Darüber hinaus wurde die Herausforderung auch durch die enge Zusammenarbeit und den ständigen Kontakt des OPRET-Teams mit unserer Kundin Patricia Cuevas, Direktorin von URBE und Projektmanager Jhael Isa gemeistert.

 

Was bedeutet der Betrieb- & Wartungs-Service für Kunden?

 

Diese Unterstützung bedeutet unseren Kunden sehr viel, denn sie erleichtern ihnen das Leben: Sie müssen keine neuen Strukturen aufbauen, Personal schulen, Ersatzteillager verwalten usw. Die Kunden können sie sich darauf konzentrieren, eine qualitativ hochwertige öffentliche Dienstleistung bereitzustellen. Dieser Service ist umso wichtiger im städtischen oder touristischen Kontext, wo Seilbahn-Transportsysteme bisher noch selten eingesetzt werden, weshalb die Kunden zunächst skeptisch sind.

 

Bis zur Eröffnung der Santo-Domingo-Anlage war kein Hersteller auf der ganzen Welt auch für den Betrieb einer städtischen Seilbahn verantwortlich. Wir sind die Ersten. Wir können aber auf unsere fast zehnjährige Erfahrung im Betrieb und Unterhalt von hoch anspruchsvollen städtischen Transportsystemen wie der New Yorker Seilbahn sowie den APMs in Kairo und Miami zurückgreifen. So hat es sich ergeben, dass POMA in Santo Domingo den technischen Betrieb und die Wartung der Anlage übernommen hat – mit dem Vorbild der Roosevelt-Island-Seilbahn (New York) oder der Cairo APM, wo die öffentliche Betriebsgesellschaft im Wesentlichen nur noch für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb und die ordnungsgemäße Integration der Anlage in den Verkehrsverbund der Stadt zuständig ist.

 

 

Welche Herausforderungen stellen Betrieb & Wartung?

 

Der Aufwand hängt von der Art des Transportsystems, seinen Taktzeiten, der Anzahl Passagiere pro Stunde und der geografischen Ausdehnung ab. Das „Teleférico“ ist mehr als fünf Kilometer lang, umfasst 36 Stützpfeiler, vier Stationen und besitzt eine große Transportkapazität. Infolgedessen ist seine Wartung recht anspruchsvoll. Es ist wichtig, gut ausgebildete Teams für die Durchführung solcher Wartungsdienste zu haben.

 

Mit dem hier implementierten Verfahren ist POMA in der Lage, lokale Teams auf der ganzen Welt aufzustellen, die bis zu 24 Stunden und sieben Tage in der Woche für Betriebs- und Wartungsaufgaben auf anspruchsvollsten Systemen zur Verfügung stehen. Zusätzlich zu den 60 Dominikanern, die für das „Teleférico Santo Domingo“ arbeiten, haben wir auf der ganzen Welt bereits mehrere Hundert Mitarbeiter entsprechend rekrutiert und ausgebildet. Diese Kundenbetreuung erfüllt nicht nur die Kundenbedürfnisse, sondern schafft auch lokalen Mehrwert. Und das ist uns sehr wichtig.

 

 

Wie schätzen die Betreiber die Bahn nach den ersten Betriebsmonaten in Santo Domingo ein?

 

Die Seilbahn ist sowohl mit den verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn, Bus, usw.) als auch mit dem Straßennetz verflochten. Eine der „Teleférico“-Stationen bietet Fahrgästen die Möglichkeit, direkt auf die Metro umzusteigen, indem sie eine Etage tiefer gehen. Durch Reduktion von Überschneidungen zwischen den verschiedenen Diensten sparen die Passagiere wertvolle Zeit. Der öffentliche Nahverkehr ist für die Kunden komfortabler und finanziell attraktiver geworden, da die Stadt mit Eröffnung der Seilbahn auch ein Sammelticket für ihr gesamtes Verkehrsnetz anbietet. Ganz zu schweigen von dem Erlebnis, in einer bequemen und gemütlichen Kabine durch die Luft zu schweben. Übrigens machte die Stadt klar, dass sie weitere Seilbahnlinien aufbauen würde, wenn sich diese hier bewährt hat. In diesem Fall stehen wir sehr gern wieder zur Verfügung.