DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

In der Kürze liegt die Würze


Verkehrsberuhigung durch 200 Meter lange Standseilbahn
stadt

Bis zum Jahr 2020 haben sich die Luxemburger Verkehrsplaner viel vorgenommen: Ziel ist es, den Anteil des öffentlichen Verkehrs auf 25 Prozent des Gesamtverkehrs zu steigern. Mit der neuen Parallelstandseilbahn Pfaffenthal-Kirchberg von GARAVENTA soll die Attraktivität im Bereich der Nahverkehrsmobilität erhöht und dadurch gleichzeitig den Hauptbahnhof Luxemburg entlastet werden.

Obwohl die neue Standseilbahn gerade mal 200 Meter lang ist, kommt ihr im Nahverkehrskonzept von Luxemburg eine Schlüsselfunktion zu. Sie verbindet den 2017 neu gebauten Bahnhof Pfaffenthal mit der Station gleich neben der Grossherzogin- Charlotte-Brücke auf dem Plateau von Kirchberg. In Auftrag gegeben wurde das Vorhaben von der staatlichen Eisenbahngesellschaft CFL (Chemin de Fer Luxembourgeois), das ausführende Unternehmen war DOPPELMAYR/GARAVENTA.

 

Die neue Anlage besteht aus zwei parallel verlaufenden Standseilbahnen mit jeweils zwei Fahrzeugen, die komplett unabhängig voneinander betrieben werden könnem. Durch die Standseilbahn können pro Stunde 7200 Personenen befördert werden. Dies reicht aus, um die Fahrgäste aus zwei gleichzeitig eintreffenden Vorortszügen beim neuen Bahnhof Pfaffenthal innerhalb von zehn Minuten zum Arbeits- und Büroquartier auf dem Plateau Kirchberg zu bringen.

 

Die Systemwahl mit den redundanten Anlagen fiel unter dem Aspekt der langen Betriebszeiten und der Ansprüche an eine sehr hohe Verfügbarkeit. Aus diesem Grunde verfügt jede Anlage über einen eigenen Antrieb mit Trafo sowie eine eigene Steuerung und Bedienstelle. Als Seilbahn im öffentlichen Verkehr ist das Fahrprogramm auf maximale Förderleistung ausgelegt

Anlage mit konstanter Steigung


Die Linienführung der Standseilbahn wurde bewusst einfach und übersichtlich gewählt. Die Strecke verläuft gradlinig und mit einer konstanten Steigung von 19,7 Prozent. Eine Ausweichstelle mit einer Abt’schen Weiche befindt sich in der Mitte der Fahrstrecken. Durch die Überdeckung der Ausweichstellen konnte der tiefe Geländeeinschnitt nahezu wieder zum Verschwinden gebracht werden.

 

Die Fahrzeuge wurden von CWA Constructions SA (CWA) in Olten hergestellt. Je zwei Wagen sind mit einem Zug- und einem Gegenseil miteinander verbunden. Da die Parallel-Standseilbahn Teil der staatlichen Eisenbahngesellschaft CFL ist, wurden die Formgebung, das Design und die Ausstattung der Fahrzeuge den Bussen und Zügen der CFL angepasst. Mit der gewählten Bauform und einer einzigen Ebene sowie rollstuhlgeeigneten Übergängen sind die Fahrzeuge auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität benutzbar. Die insgesamt vier Wagen der beiden Standseilbahnen bieten Platz für je 140 Personen im Normalbetrieb respektive 168 Personen im verdichteten Betrieb.

Standseilbahn Luxemburg


  • Auftraggeber: Chemin de Fer
  • Luxembourgeois
  • Schräge Länge: 20o m.
  • Höhenunterschied: 39 m.
  • Fahrgeschwindigkeit: 7,0 m/s
  • fahrzeit: 63 sec.
  • Förderleistung: 2 x 3.600 per/h
  • Durchmesser zugseil: 30 mm
  • Nennleistung Antrieb: 342kW
  • Wagenlieferant: CWA
  • Seillieferant: Fatzer
  • STEUERUNGSLIEFERANT: SISAG