DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN
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Von den 32.000 Studenten und 4.200 Beschäftigten nutzen bis zu 2.100 täglich die Polinka, hinzu kommen rund 900 Touristen und Einwohner, welche die Fahrt in der Kompaktseilbahn des Seilbahnbauers INAUEN-SCHÄTTI in Anspruch nehmen. Zwei 15er-Kabinen pendeln auf jeweils einem eigenen Seil zwischen den beiden Stationen, die Kompaktseilbahn besitzt eine Förderleistung von 360 Personen pro Stunde und überwindet eine Länge von 373 Metern in nur zwei Minuten.

Zuvor mussten die Studenten und Mitarbeiter zu Fuß einen zwanzigminütigen Umweg über eine Brücke in Kauf nehmen, was den Lehr- und Forschungsbetrieb störte. „Eine direkte Verbindung war unbedingt notwendig. Der Bau einer Brücke oder eines Tunnels für uns als Universität aber zu teuer und rechtlich nicht machbar“, erklärt Thadeusz Więckowski, der 2013 als damaliger Rektor die Seilbahn in Auftrag gab.

 

Die Idee zur Seilbahn kam Więckowski 2012 beim Skifahren in Österreich, der Universitätsausschuss war von der untypischen Verkehrslösung schnell überzeugt. „Anfangs gab es Widerstand von Behörden und große Debatten in den Medien, nun beschweren sich die Politiker, wenn die Polinka mal nicht funktioniert“, berichtet Więckowski.

 

Die Bahntrasse und die Orte der Stationen gab die Universität vor und schrieb den Auftrag aus, die Firma INAUEN-SCHÄTTI erhielt in Zusammenarbeit mit DOPPELMAYR den Zuschlag.

Thadeusz Więckowski, Rektor A.D. Politechnika Wroclawska
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„Welche Universität hat schon eine Seilbahn? Unsere Polinka ist einzigartig und daher ein fantastischer Werbeträger. Schon jetzt zählt die Bahn zu den fünf populärsten Zielen in Breslau. Der Bau der Anlage war deutlich leichter, schneller und günstiger als der Bau eines Tunnels oder einer Brücke. Durch die Polinka können Studenten und Mitarbeiter in zwei Minuten das Ufer wechseln, nur so lässt sich der Lehrbetrieb aufrecht erhalten.“ Foto: Bartek Sadowski

Gratis Zutritt mit Identitätskarte
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In wenigen Monaten errichteten die beiden Hersteller die Anlage, seitdem nutzen bis zu 700.000 Personen jährlich die Polinka. Die Studenten und Beschäftigten fahren mit ihrer Identitätskarte kostenlos, wie Więckowski erklärt: „Für mich ist eine Seilbahn wie ein horizontaler Lift - für dessen Benutzung verlange ich doch auch kein Geld.“ Lediglich externe Fahrgäste müssen bezahlen, entweder mit der städtischen Buskarte oder direkt in der Station am Automaten. „Dreißig Prozent der Fahrgäste sind bereits Einheimische und Touristen, die Polinka ist ein fantastischer Werbeträger für uns und für die Stadt“, sagt Więckowski.

Betriebsleiter Thomas Galas:
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„Wenn wir Polinka schließen würden, wäre das eine Tragödie für alle. Bis zu 3.000 Menschen nutzen die Bahn jeden Tag. Deswegen haben wir nur an zwei Tagen im Jahr zur Revision geschlossen.“

...mit dem Westufer der Oder.
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Die Polinka fährt an 363 Tagen im Jahr, nur an zwei Tagen ist die Bahn wegen Revision geschlossen, wie Betriebsleiter Thomas Galas erklärt: „Insgesamt zehn Mitarbeiter betreuen die Bahn, pro Schicht zwei an der Hauptstation und einer an der Nebenstation.“ Die Bahn ist im akademischen Jahr von 07:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, in den Ferien von 07:00 bis 18:00 Uhr.

 

„Für die Sicherheit sorgt ein doppeltes Motoren- und Bremssystem sowie ein integriertes Bergungssystem, das die Kabinen jederzeit in die Stationen zurückführen kann“, berichtet Galas. Der Betriebsleiter ist sichtlich stolz auf seine Polinka: „Die Seilbahn ist eine tolle Idee, ich empfehle sie weiter.“ ts

Anna Adamczak, Studentin:
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"Die Seilbahn ist eine super Idee. Sie ist der schnellste Weg für mich, um von Vorlesung zu Vorlesung zu kommen. Ohne Polinka könnte ich einige Kurse nicht belegen.“

Gregory Tarchalka, Dozent:
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„Ich parke gerne mein Auto am Ufer der Oder und fahre dann mit der Polinka zur Arbeit. Vor allem der Sightseeing-Aspekt macht die Bahn zu etwas Besonderem."

Basia Michalska, Studentin:
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„Ich nutze die Polinka ständig, da sie mir mehrmals am Tag 20 Minuten Fußmarsch erspart und ich nur so meinen Stundenplan einhalten kann.“

Sergio Nistal, ERASMUS-Arbeiter:
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„Ich mag die Polinka und fahre mit ihr jeden Tag. Die Seilbahn ist wirklich ein besonderes Transportmittel. Die Fahrt ist für mich deutlich schneller, als mit irgendeinem anderen Verkehrsmittel.“