DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Blagoveshchensk-Heihe


Erste grenzüberschreitende Seilbahn zwischen China und Russland

Grünes Licht gibt es – dank eines neuen Investors – für den Bau der ersten grenzüberschreitenden Seilbahn zwischen Russland und China. Die 750 Meter lange Anlage soll künftig die russische Stadt Blagoveshchensk mit der chinesischen Metropole Heihe verbinden. Der Bau der 799 Millionen Yuan (19.8 Millionen US-Dollar) teuren Seilbahn über den Fluss Amur soll im April 2019 starten.

Die Seilbahn soll den Tourismus in der chinesischen Grenzstadt Heihe ankurbeln. Foto: Adobe Stock

 

Eigentlich sollte die Anlage bereits Anfang 2018 eröffnet werden. „Jedoch erwies sich der frühere Investor als finanzschwach und konnte die Bauarbeiten nicht fertig stellen“, erklärt Vasily Orlov, Gouverneur der russischen Provinz Amur Oblast.

 

Der neue Investor, Region Group of Companies, arbeite aber bereits am Konzept des Projekts und treffe derzeit Konstruktions- und Planungsentscheidungen. Die Seilbahn ähnelt laut Plan der Investoren den zahlreichen Anlagen in Sotschi, welche für die olympischen Winterspiele 2014 errichtet wurden.

 

Zwölf Kabinen sollen 2.000 Menschen pro Stunde befördern. Auch die Mitnahme von Gepäck und Waren soll möglich sein. Die 750 Meter lange Fahrt über den Fluss wird fünf bis sechs Minuten dauern.

 

Die Investoren rechnen mit bis zu sechs Millionen Passagieren pro Jahr. Das Projekt umfasst laut einer Stellungnahme der russischen Regierung neben der Seilbahn zwei Stationen, Unterstützungsstrukturen, Ausrüstung und Hilfseinrichtungen.

 

Gouverneur Orlov sagte dem Investor volle Unterstützung zu. Sowohl die Straßen zu den Stationen, als auch die Energie-versorgung würden rechtzeitig errichtet werden.

Tourismus soll gestärkt werden


Der Bau der grenzüberschreitenden Seilbahn soll in erster Linie den Tourismus in der Region ankurbeln und eine schnelle Passage der russisch-chinesischen Grenze ermöglichen. Die Seilbahn wird laut der Zeitung „Siberian Times“ zentraler Bestandteil der gemeinsamen touristische Zone beider Städte werden.

 

Dort, an den Ufern des Flusses Amur, sind unter den Namen „Goldene Meile“ Hotels, Unterhaltungskomplexe, Einkaufszentren und Erholungszonen geplant. Russland hofft durch die Seilbahn mehr Investitionen in den konjunkturschwachen Osten des Landes zu bringen und den Handel in der Region zu stärken.

 

China sieht die geplante Anlage als „Seilbahn des Friedens“ und als Tor zum russisch-europäischen Kulturraum. ts