DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Afrika


Drei Firmen-Drei Strategien

Unternehmen, die auf dem afrikanischen Kontinent aktiv werden, können nicht nur eine Marktchance nutzen, sondern leisten zudem im Rahmen ihres Kerngeschäfts einen Entwicklungsbeitrag – etwa in Form von Arbeitsplätzen, höheren Standards oder der Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen.

(v.l. ) Wolfram Auer, Roland Comploj & Tobias Josepf sprechen beim Multilog über die verschiedenen Strategien für den afrikanischen Markt. Foto: SI/Mair

Bei der Veranstaltung in Wolfurt „Doing Business in Africa“ stellten drei Firmen ihre Erfahrungen auf dem afrikanischen Markt dar und diskutierten im Anschluss mit den Teilnehmern die nötigen Erfolgsfaktoren für europäische Unternehmen am afrikanischen Kontinent.

 

Wenn Afrika in der derzeitigen Geschwindigkeit weiter wächst, wird sich die Wirtschaftskraft auf dem Kontinent bis 2030 verdoppelt haben, so die Experten. Dies würde einen großen neuen Markt für viele Firmen bedeuten.

 

Doch man muss sich darüber im Klaren sein, dass mit insgesamt 54 Ländern kein homogener Markt auf die Geschäftstreibenden warten wird. Jedes Land hat seine Besonderheiten, etwa in Bezug auf die Unternehmenskultur oder auf politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

 

Speziell mittelständische Unternehmen scheuen deshalb oft vor einem Markteintritt in Afrika zurück. Einige österreichische Unternehmen haben jedoch bereits vor Jahren ihren Zugang auf dem afrikanischen Markt gesucht.

 

Beim corporAID Multilogue stellten drei von ihnen ihre Erfolgsstrategien vor. Roland Comploj ist Vorstandsvorsitzender von Getzner Textil und erklärt, dass der afrikanische Markt bei ihnen bereits zu den wichtigsten Exportmärkten gehört.

 

„Die Mittelschicht in Afrika wächst und damit auch das Interesse an Dingen wie Textilien und Möbel. Wir kennen unsere Zielgruppe genau und können so genau bieten was gewünscht wird. Ich würde sagen, dass genau darin unser Erfolgsgeheimnis liegt.“

 

Tobias Joseph zuständig für den Vertrieb bei Julius Blum, kennt durch seine lange Berufserfahrung die Herausforderungen eines neuen Marktes. „Man muss sich immer auch die politische Situation in einem Land ansehen, damit man weiß, ob jetzt gerade der richtige Zeitpunkt für eine Produkteinführung gekommen ist.

 

In manchen Teilen Afrikas war die politische Stabilität immer ein Problem und das macht es auch schwer dort Geschäfte zu machen. Doch die Märkte verändern sich ständig. Botswana und Kenia verzeichnen zum Beispiel einen stetigen Wachstum und werden in den nächsten Jahren sicher auch wirtschaftlich immer interessanter werden.“, erklärt Josepf.

 

Mit Wolfram Auer war auch ein Vertreter des Seilbahnherstellers DOPPELMAYR an der Diskussion beteiligt. Dieser bestätigte das große Potenzial, welches auf dem Markt herrscht, aber verdeutlichte auch immer wieder, wie wichtig die lokalen Partner vor Ort seien.

 

„Ohne diese Partner wäre es noch schwerer sich hier zu positionieren. Eine Herausforderung für uns ist es zu zeigen, was eine Seilbahn alles leisten kann. Sobald man dann Pilotprojekte vorzeigen kann, wird es einfacher.“ tm