DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Dreams


In a city of the future people take the cableway
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Plans for urban cableways as a traffic solution are rejected as midsummer madness by many in the German-speaking region. But their initiators are not so easily discouraged. With stubbornness, dedication and spirit they pursue their plans anew despite, in some places, massive resistance..

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In Südamerika gehören urbane Seilbahnen längst zum Alltag in dicht bebauten Metropolen. Sie entlasten hoch über den Dächern den Nahverkehr. Doch der Einzug der Seilbahnen als öffentliches Verkehrsmittel will in Europa nicht so recht klappen, obwohl in vielen Städten schon längst davon geträumt wird.

„Wer die Schwebebahn mag, wird die Seilbahn lieben.“ - so ein Slogan des Vereines Pro-Seilbahn- Wuppertal. Foto: WSW mobil gmbH

Für und Wider in Marburg


In Marburg z.B. diskutiert man schon lange, eine Seilbahn in den bestehenden öffentlichen Personennahverkehr zu integrieren. Die Universitätsstadt liegt in Hessen und hat rund 74.000 Einwohner. Die Idee, eine Seilbahn von der Marburger Innenstadt zur Universität auf die Lahnberge hinauf und zum Klinikum zu errrichten, entstand bereits 2008.

 

Aber wie fast in jeder Stadt, die ein derartiges Projekt ins Auge fasst, sind auch hier nicht alle begeistert: Es gibt eine Bürgerinitiative, die sich gegen das Vorhaben ausspricht. Die Diskussionen sind mühsam, Fortschritte werden nur schleppend verzeichnet. Ein Planungsbüro, das auf urbane Seilbahnen spezialisiert ist, arbeitet zur Zeit an einer Konzeptstudie. Mehr will man in Marburg über das Seilbahnprojekt nicht preisgeben.

Dresden will in die Luft gehen
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Im Jahre 1994 tauchte in Dresden erstmals die Idee einer Seilbahn auf. Auch hier entwickelte sich der Gedanke, wie in vielen anderen Städten, aufgrund eines besonderen Anlasses: Die Internationalen Gartenausstellung sollte 2003 in Dresden ausgerichet werden. Obwohl sehr viel Geld in die Vorplanungen floss, fiel plötzlich die Entscheidung, die IGA in Rostock und nicht in Dresden durchzuführen.

 

Das bedeutete auch das AUS für das Seilbahnprojekt. Doch ganz vergessen konnte man die Idee nicht und zur Zeit wagt man sogar wieder, laut darüber nachzudenken: Eine Seilbahn, die das Stadtviertel Pieschen mit dem Messezentrum verbindet, würde bei Dresdnern wie bei Touristen gut ankommen, sind sich Verkehrsexperten sicher. Im Stadtplanungsamt sieht man das Thema aber eher skepstisch: Die Wirtschaftlichkeit ist aufgrund der enormen Kosten nicht gegeben.

Stadtrat Markus Hain macht sich in Linz für eine Seilbahn stark. Fotos: Stadt Linz/Vöestalpine

Ist Projekt in Linz machbar?


Auch in Linz möchte man dem Verkehrschaos auf den Straßen mit einer Seilbahn entkommen. Seit Jahren wird über die Planeten-Seilbahn gemunkelt. Zusätzlich ist auch eine sechs Kilometer lange 3S-Umlaufbahn für Ein- und Auspendler im Gespräch. Diese soll vom Bahnhof Ebelsberg aus ins Vöest- bzw. Industriegebiet ins Hafenviertel führen. Einer, der sich mit allen Kräften für dieses umweltfreundliche und nachhaltige Projekt einsetzt, ist der FP-Politiker Markus Hain.

 

„Wir haben kürzlich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, erfährt man vom Verkehrsstadtrat, „die aufzeigen soll, wie man das Vorhaben am besten realisieren kann“. Dabei werden Fragen wie mögliche Trassenführung, Bereitschaft zur Nutzung der Seilbahn seitens der Pendler (rund 30.000 Menschen arbeiten im Industrieviertel), Stellungnahmen der Grundeigentümer, Finanzierung etc. mitberücksichtigt.

 

Mit ersten Ergebnissen rechnet der Seilbahn-Befürworter frühestens im kommenden Sommer. „Wenn wir eine geeignete Trasse finden, wäre die Seilbahn eine Riesenchance für Linz“, ist Hain überzeugt und meint weiter: „Ich denke, dass urbane Seilbahnen nicht nur in Südamerika, sondern auch für Europa künftig immer wichtiger werden. Das Problem ist, dass eine Seilbahn nach wie vor mit Bergen und Skifahren in Verbindung gebracht wird. Diese Einstellung muss sich ändern, denn eine Seilbahn ist ein hochattraktives Verkehrsmittel!“.

Wuppertal gibt nicht auf
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Der Öffentlichkeit wurde das Seilbahnprojekt 2015 vorgestellt – die Idee entstand schon viel früher, im Jahre 2012. Die Seilbahn soll, wenn es nach den Wünschen der Befürworter geht, vom Hauptbahnhof über das Uni-Gelände bis in das Schulzentrum im Süden der Stadt führen. Die letzten Diskussionen drehten vor allem immer wieder um die Standortfrage der Talstation. Eine Machbarkeitsstudie gibt es bereits, die Ergebnisse sind positiv.

Der Traum in Linz. eine Planeten-Seilbahn sowie eine weitere für den Pendlerverkehr. Diese soll Ebelsberg mit dem Hafenviertel verbinden. Foto: Kepler Forum Linz

Der Verein Pro-Seilbahn-Wuppertal macht sich für das Projekt stark: „Die Seilbahn wäre kein teures Prestigeprojekt, sondern punktet mit einem attraktiven Kosten-Nutzen-Verhältnis. Von den Gesamtkosten von rund 54 Mio. Euro wären bei einer 90 %-Förderung 5,4 Mio. Euro von den Wuppertaler Stadtwerken zu tragen, die diese Summe über eine mehrjährige Kreditfinanzierung bequem schultern könnten“ kann man auf der Vereins-Homepage lesen.

In Bochum heißt es abwarten


Auch in Bochum warten viele sehnsüchtig auf die Seilbahn. Volker Steude von den Stadtgestaltern sagt: „Ein Gutachten zu verschiedenen Verkehrslösungen für den Bochumer-Süd-Osten wurde in Auftrag geben. Dabei werden auch die Seilbahnlösungen geprüft. Da müssen wir jetzt abwarten.“