DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Bremen


Deutschland entdeckt die urbane Seilbahnen

Asien, Afrika, Amerika – überall scheint man in letzter Zeit an urbane Seilbahnen zu denken. Die scheinbaren Verkehrsretter am Seil wurden aber bisher gerade in den für Winterseilbahnen bekannten Ländern wie Deutschland und Österreich eher links liegen gelassen. Doch seit die Pläne in München konkreter werden, denken auch andere deutsche Städte über ein öffentliches Verkehrsmittel in luftigen Höhen nach.

Die derzeit geplante Route würde von der Waterfront Bremen über den Speicher XI bis zum Europahafen führen. Screenshot: Google Maps

Die dritte Dimension nutzen – das wünschen sich immer mehr Städteplaner, denn auf den Straßen geht es während der Stoßzeiten meist nur langsam voran und der unterirdische Ausbau ist nicht nur teuer, sondern vielerorts einfach nicht möglich.

 

Die einzige Lösung scheint nun der Himmel zu sein und Seilbahnen treffen hier genau den Puls der Zeit. Die Anlagen sind nicht nur günstiger in der Anschaffung als andere öffentliche Verkehrsmittel, sie punkten außerdem mit einem hohen Maß Zuverlässigkeit.

 

Im Blick auf die Abgaswerte lässt die Seilbahn außerdem die meisten Vertreter meilenweit zurück. Zwar ist man noch nicht überall von den Qualitäten einer solchen Anlage überzeugt doch alleine die Anzahl der neuen Seilbahnideen in Deutschland zeigt das steigende Interesse am „gondeln“.

Zumindest mal schauen


In Köln kann man schon seit Jahren gemütlich über den Rhein schweben und nun will auch Bremen auf diese Fortbewegungsart setzen. Zumindest wenn es nach Wirtschaftsstadtrat Ekkehart Siering geht.

 

Dieser stellt Anfang Februar ein solches Konzept zur Entlastung des Verkehrs in der Überseestadt vor. Während solche Ideen vor einigen Jahren noch mit einer Handbewegung vom Tisch waren, wird dieses Konzept nun ernsthaft in Betracht gezogen.

 

Mehrheitlich heißt es, dass man sich das ganze zumindest einmal anschauen möchte, weshalb bereits im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden soll. Dabei wird der ideale Streckenverlauf zwischen den derzeit geplanten Haltestellen beim Straßenbahndepot Gröpelingen und dem Europahafen geprüft werden.

 

Die Kosten für ein solches Projekt inklusive Haltestellen schätzt Siering derzeit auf etwa 75 Millionen Euro.

Kein Ersatz für Straßenbahn


Auch wenn die Parteivertreter von CDU, SPD und Grünen von der Idee eine Luftverbindung nach Überseestadt zu schaffen nicht abgeneigt sind, müssen noch einige Fragen in der Machbarkeitsstudie geklärt werden.

 

Die Möglichkeit zur Mitnahme von Fahrrädern und Details zum Anschlussverkehr gehören noch diskutiert. Bei der FDP sieht man in einer Seilbahn eher einen Mehrwert im touristischen Aspekt, nicht aber eine Lösung für das derzeitig herrschende Verkehrsproblem der Hansestadt.

 

Auch das Thema Straßenbahn wurde immer wieder angesprochen. Für die Bremer Straßenbahngesellschaft würde die Kombination zwischen Seilbahn und Straßenbahn einen guten Plan für die derzeitige Lösung der Verkehrssituation bedeuten. tm