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Afrika


Das sollte man beim Einstieg in den afrikanischen Markt beachten

Firmen weltweit richten ihren Blick auf den neuen Hoffnungsmarkt Afrika. Doch was sollte man über Land und Leute wissen, bevor man sich auf den Weg macht? Bei einem Multilogue in Vorarlberg haben Unternehmen, welche den Schritt geschafft haben, ihre Erfahrungen zum Thema Afrika geteilt.

Fotos: SI/Mair

 

Wenn man sich in einem neuen Markt etablieren möchte, sollte man zuerst Land und Leute kennen, um so die Kundenwünsche und Bedürfnisse zu kennen. Diese Strategie hat sich über Jahre immer wieder bewahrheitet und sollte auch in Afrika zu positiven Resultaten führen.

 

Das ist auch sicher so wenn man nicht vergisst, dass es sich um einen Kontinent und nicht um ein einzelnes Land handelt. Alleine die Subsahara Region umfasst 47 Länder und ist damit größer als China, Indien und die USA zusammen.

 

Verständlich also, dass es hier individuelle Strategien für die einzelnen Länder braucht. Robert Mudida, Direktor der Strathmore Business School in Nairobi, erklärt außerdem, dass man in Afrika nichts überstürzen darf, denn nur mit viel Geduld und einer hohen Frustrationstoleranz kommt man ans Ziel.

 

„In Afrika ticken die Uhren einfach anders und gerade als Außenstehender wird es einem oft schwer gemacht sich zu positionieren. Daher sollte man zuvor einmal versuchen vertrauenswürdige Partner vor Ort zu gewinnen bevor man versucht den Markt zu stürmen,“ so Mudida.

Warum Afrika?

Die Gründe, warum gerade in Afrika ein spannender Markt entsteht, sind vielschichtig und von dem jeweiligen Produkt abhängig, doch hier sind vier Gründe zusammengefasst, welche für viele Firmen entscheidend sind.

 

Länder wie Kenia oder Nigeria gehören zu jenen mit der am schnellsten wachsenden Mittelschicht weltweit und auch andere afrikanische Länder verzeichnen auf diesem Gebiet ein starkes Wachstum. Dies würde einem potenziellen Markt entsprechen, welcher zwei Drittel des gegenwärtigen privaten Konsums in China umfasst.

Damit steigt auch das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung, doch die derzeitige Wirtschaft kann mit diesem rasanten Wachstum nicht mithalten, denn gerade in Sachen Infrastruktur herrscht noch einiges an Nachhohlbedarf, beziehungsweise eine große Chance für heimische Unternehmen.

 

Die politischen Reformen, welche derzeit vermehrt getroffen werden, bieten zusätzlich große Chancen für ausländische Unternehmen den afrikanischen Markt zu erobern. Man sieht das Potenzial welches solche Firmen für die Wirtschaft bedeuten können und will den Firmen deshalb den Zugang erleichtern.

 

Für die Hälfte der Länder in der Subsahara Region machen natürliche Erzeugnisse etwa ein Viertel ihres Exportvolumens aus, doch viele versuchen ihr Aktivitätenprofil auf Transport, Telekomunikation, Tourismus, etc auszuweiten.

Strategie


Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Kulturen und politischen Lagen muss man genau recherchieren, in welchem Land eine Produkteinführung sinnvoll und möglichst risikofrei möglich ist.

 

„In Ländern in denen man weiß, dass staatliche Korruption Teil des geschäftlichen Alltages ist, sollte man wissen, dass das Wachstum des eigenen Unternehmens langsamer sein wird, wenn man beschließt nicht den einfachen Weg zu gehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man so nicht erfolgreich sein kann“, versichert Mudida.

Transport


Viele europäische Firmen versuchen immer wieder sich eine Position am afrikanischen Markt zu sichern. Gerade in den Bereichen Gesundheit und Infrastruktur besteht Potenzial für Firmen aus dem Ausland.

 

Wenn man sich die Situation auf vielen Straßen ansieht, schütteln viele nur den Kopf. Stundenlanges im Stau stehen für vermeidlich kurze Strecken wird gerne in Kauf genommen, in Europa würde man in der Zeit vielerorts einfach zu Fuß gehen. Aufgrund der hohen Kriminalität ist dies in vielen Städten in Afrika jedoch keine Option – Smarte Lösungskonzepte, welche dieses Problem miteinbeziehen sind also gefragt.

Fazit


Man muss viel Geduld mitbringen und sollte sich keine kurzzeitigen Ziele setzen, denn die Uhren in Afrika ticken nun einmal anders. Eine individuelle Strategie für die einzelnen Länder ist unbedingt notwendig.

 

Hier funktioniert keine Standardlösung, sondern nur speziell angepasste Länderstrategien. Außerdem ist die Kultur sehr unterschiedlich von der europäischen. Man muss sich nicht nur auf die große ethnische Vielfalt einstellen, sondern auch einen Weg finden, diese gut in der Balance zu halten.

 

Da niemand den Markt besser kennt als die Bewohner selbst, nehmen lokale Handelspartner meist eine Schlüsselrolle ein. tm

Robert Mudida, Direktor an der Strathmore Business School, Nairobi, Kenia

„In jedem Land sollte man immer die Politische Situation beobachten, denn diese verrät einem einfach sehr viel über das Potenzial eines Marktes. Bei der Entscheidung ob man sich in einem Land positionieren möchte sollte man sich nie auf nur einen Faktor verlassen, sondern immer eine Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren betrachten. Gerade nach einem Krieg ist es zum Beispiel nur natürlich, dass das Wachstum stark steigt, wichtig hier ist der Ratio. “