DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Nachdem sich die Fertigstellung des Pro- jektes immer weiter verzögerte, wartet man gespannt auf die Erö nung der Jam- mu-Seilbahn dieses Jahr. Medienberichten zufolge soll es Anfang des Jahres 2019 endlich so weit sein.

 

Aufgrund des günstigen Klimas kennt man Jammu vor allem als Winterhaupt- stadt von Kashmir. Die Stadt ist ein wichtiger Transportknotenpunkt und verfügt über zahlreiche hinduistische Tempelanlagen. Trotzdem nden nur wenige Touristen ihren Weg in diese Region.

 

Die Regierung ho t durch die Fertigstellung des Seilbahnprojektes für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. Khurshid Ahmad ganai, ein Bera- ter der Regierung ist sich sicher, dass die Anlage für die Menschen einen touristischen Mehrwert bieten wird und auch fernab von den erho ten Menschenmassen sieht er in der Auf- stiegshilfe eine Bereicherung des Allta- ges der Bewohner als tägliches Trans- portmittel.

Jammu ist nach srinagar die zweitgrößte stadt im indischen bundesstaat Jammu und kashmir. Foto: Amar Nath

 

Die Regierung hofft durch die Fertigstellung des Seilbahnprojektes für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. Khurshid Ahmad ganai, ein Berater der Regierung ist sich sicher, dass die Anlage für die Menschen einen touristischen Mehrwert bieten wird und auch fernab von den erhofften Menschenmassen sieht er in der Auf- stiegshilfe eine Bereicherung des Alltages der Bewohner als tägliches Transportmittel.

Geschichte eines Projektes


Die Seilbahn, welche von Bahu Fort bis Mahamaya Park in Jammu führen soll, ist (laut lokalen Medien) erst das zweite Projekt dieser Größenordnung in der Region. Zuvor war die Gulmarg Gondola am Rande des Gulmarg Tales die einzige Anlage.

 

Die Fertigstellung der auf 2.699 Metern gelegenen Seilbahn liegt bereits drei Jahrzehnte zurück, weshalb viele Bewohner, gerade zu Beginn, an der Jammu Seilbahn zweifelten. Die Idee, die zweitgrößte Stadt des Landes mit einer Aufstiegshilfe zu versehen geht auf das Jahr 1995 zurück.

 

Die Strecke sollte ursprünglich von Ba- hu-Fort zum Mubarak Mandi Complex führen, doch als Mubarak Mandi und Bahu Fort unter Denkmalschutz fielen, musste man das Projekt geringfügig modifzieren.

Der eigentliche Grundstein wur- de vom ehemaligen Minister Omar Abdullah 2014 gelegt. Für ihn war das Potenzial einer solchen Anlage als erste wirklich greifbar. Er wollte einen Mehrwert für Touristen, aber auch für die Bevölkerung der Region generieren.

 

Bereits im Juni des darau olgenden Jahres begannen deshalb bereits die offziellen Arbeiten. Diese verzögerten sich jedoch stark, da betro ene Regierungsbehörden ungewöhnlich lange für die Erteilung der Genehmi- gungen benötigten. Den Zuschlag für die Durchführung des Projektes bekam die Kashmir State Cable Car Corperation.

Die kabinen wurden bereits geliefert und getestet. (stand 1.2.2019) Screenshot: Excelsior news

 

Ein weiterer Grund für die nicht eingehaltenen Fristen waren die Ansprüche der Grundbesitzer. Da es keine aktuellen Referenzprojekte gab, war es gerade zu Beginn schwierig sich mit den Eigentümern über die Höhe der Entschädigungen zu einigen.

 

Lokale Medien berichten, dass viele der wichtigsten Elemente für die etwa 1,6 Kilometer lange Anlage, aus der Türkei, Schweiz, Österreich und Deutschland importiert wurden. Damit wollte man sich die Expertise die- ser Länder auf dem Bereich der Seilbahntechnik zu Nutze machen.

Heute


Trotz einiger Verzögerungen und Rückschlägen sowie einem tragischen Unfall kurz vor der geplanten Erö nung Ende Januar, ist man von der Bereicherung der Seilbahn für die Region überzeugt.

 

Die Strecke verläuft in zwei Sektionen, zuerst von Bahu Fort nach Mahamaya und in weiterer Folge von Mahamaya über den Tawi Fluss nach Peer Kho. Der erste Abschnitt ist 447 Meter lang und verfügt über acht Kabinen.

 

Der zweite Abschnitt ist mit cirka 1,1 Kilometern deutlich länger und wird mit 14 Kabinen geführt. Die Landschafts- gestaltung rund um die drei geplanten Stationen, sowie der Bau von Aussichts- plattformen und Zufahrtsstraßen, wurde bereits vor der Fertigstellung der Anlage von der Cable Car Corpo- ration abgeschlossen.

 

Darüber hinaus wurden alle Stationen mit Kantinen, hölzernen Aussichtsdecks, Souvenirläden und Waschräumen ausgestattet. Im Rahmen dieses Projekts erhielt die Winterhauptstadt außerdem wichtige Einrichtungen um die Attraktivität bei Touristen weiter zu steigern.

 

In Jammu ist man stolz auf das Tourismus ankur- belnde Projekt „Jammu Seilbahn“. Die genauen Kosten für die Anlage und den lanschaftlichen- sowie infra- struturellen Ausbaues sind nicht be- kannt, aber Schätzungen zufolge liegen sie bei etwa 75 Mrd. Rupien (~900 Mil- lionen Euro).