DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

Mannheim


Buga-Seilbahn wird 2022 gebaut

Die deutsche Stadt Mannheim wird 2023 die Bundesgartenschau (Buga) ausrichten, eine nationale Ausstellung für Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Um die vielen Besucher zu transportieren, wird 2022 eine urbane Seilbahn errichtet.

BUGA-Übersichtsplan. Grafik: Buga/Strauss

Die Seilbahn soll zwischen April und Oktober 2023 die beiden Veranstaltungsareale Spinelli und Luisenpark miteinander verbinden, wie die Zeitung „Mannheimer Morgen“ berichtet. Laut Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft, gibt es für den Bau der Seilbahn zwei große Hersteller, die ihr Interesse bekundet haben.

 

Die europaweite Ausschreibung ist am 15. Januar 2020 erfolgt, spätestens im September will sich die Gesellschaft für einen Lieferanten entscheiden. Die Seilbahn soll auf einer circa 2,1 Kilometer langen Strecke bis zu 2.800 Menschen pro Stunde und Richtung bei einer Fahrzeit von rund acht Minuten transportieren.

 

Dafür werden nach Prognosen 45 bis 50 Gondeln á zehn bis zwölf Personen benötigt, wie die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtet. Die Anlage wird nach derzeitigen Planungsstand rund sieben Millionen Euro kosten.

 

Genauere Zahlen könnten laut Schnellbach erst während des Vergabeverfahrens in zwei Jahren genannt werden, zudem unterliege die Baubranche Preisschwankungen. Nach Angaben des Buga-Chefs dürfte die Bauzeit ungefähr ein Jahr betragen.

Seilbahn nur temporär


Die Seilbahn soll aber nur während der sechsmonatigen Buga 2023 fahren – nicht länger. „Charmant und attraktiv“ nannte Schnellbach Ideen, die Seilbahn über den Fluss Neckar auch nach dem Großereignis fahren zu lassen. Prüfungen hätten allerdings ergeben, dass ein Betrieb unwirtschaftlich sei und wohl zu wenige Menschen bereit wären, dafür zu zahlen. Auch werde der Anschluss an das Nahverkehrsnetz aus ökonomischer Sicht von Fachleuten als nicht sinnvoll eingeschätzt.

Betreibermodell geplant


Kaufen will die Buga GmbH die Seilbahn nicht, vielmehr schwebt ihr ein sogenanntes Betreibermodell vor. Die Anlage könnte zum Beispiel von einer örtlichen Gesellschaft betrieben werden, wobei der Hersteller der Seilbahn die Mitarbeiter schult und die Wartung übernimmt.

 

Bereits vor einiger Zeit wurden Überlegungen verworfen, für den Pendelverkehr autonom fahrende Elektrobusse einzusetzen. Mit insgesamt über 90 Hektar wird die Buga 2023 eine der größten Gartenschauen. „Das kann kein Mensch der Welt an einem Tag laufen“, schließt Schnellbach. ts