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Bozen plant Bahnerneuerung


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500 Meter außerhalb des Dorfzentrums von Jenesien steht seit dem Jahr 1937 die Bergstation der Seilbahn Jenesien. Sie ist eine der ersten Bahnen, die im Namen des öffentlichen Verkehrs Menschen vom Dorf durch die Luft mit der Lebensader Bozen verbindet.

Im Jahr 1966 wurde sie von Hubert Zuegg erneuert, 1982 und 2000 von Hölzl Seilbahnbau erneuert. Sie transportiert derzeit 700 Personen pro Tag, ist ein Teil des Südtiroler Verkehrsverbundes und wird von der SAD Nahverkehrs AG betrieben. Mit Anbindung an das städtische Busnetz – versteht sich bei den Vordenkern von selbst.

 

Das Projekt für die neue Seilbahn Bozen – Jenesien haben Mobilitätslandesrat Florian Mussner und die Bürgermeister Renzo Caramaschi (Bozen) und Paul Romen (Jenesien) am 7. Juli gemeinsam mit STA-Direktor Joachim Dejaco und dem Direktor der Landesabteilung Mobilität Günther Burger in Bozen vorgestellt.

 

„Als schnelles, bequemes und vor allem umweltfreundliches Verkehrsmittel werden Seilbahnen als Verbindung zwischen Tal und Berg, aber auch in Städten immer mehr genutzt und auch die Seilbahn Jenesien fügt sich in das Mobilitätskonzept des Landes, das auf Lebensqualität und Nachhaltigkeit abzielt“, unterstrich Landesrat Mussner. Nach mehreren Anläufen haben das Land und die Gemeinden Bozen und Jenesien nun eine Lösung gefunden, wie die inzwischen 80 Jahre alte Seilbahn erneuert wird.

 

„Die Seilbahn nach Jenesien wird auf der bisherigen Trasse verlaufen, lediglich die Bergstation wird etwas verschoben, vor allem aber soll sie den Bedürfnissen der Pendler, Schüler und anderen Fahrgäste entgegenkommen, gut an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden und so organisiert sein, dass sie sich wirtschaftlich trägt“, betont Mussner.

 

„Die neue Seilbahn ist ein weiterer wichtiger Mobilitätsbaustein für Bozen“, sagt der Bozner Bürgermeister Caramaschi, „Vor allem ist es wichtig, dass immer mehr Menschen auf das eigene Fahrzeug verzichten und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Mit dem Neubau der Seilbahn wird es auch veränderte Buslinien als gute Anbindung geben.“

 

Die neue Bahn wird auf der schrägen Länge von 2,5 Kilometern und 760 Metern Höhenunterschied mit nur mehr drei statt bisher sieben Stützen auskommen und einen Takt von 15 Minuten, zehn Minuten oder 7,5 Minuten haben. Der Betrieb erfolgt ohne Kabinenbegleiter. Sowohl die Talstation als auch die Bergstation, deren Projekt über einen Architekturwettbewerb ermittelt wird, soll nahtlos an die jeweiligen Busse angebunden sein.

 

Die Ausschreibung für den Architekturwettbewerb läuft, jene für die Bahn erfolgt im kommenden Jahr. ah