DAS MAGAZIN FÜR URBANE SEILBAHNEN

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Nachhaltige urbane Mobilität ist ein weltweites Anliegen
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Auf dem EcoMobility Congress 2017, der in Kaohsiung/Taiwan stattfand, drehte sich alles um die Mobilität von Menschen in Großstädten. Gemeinsam wurden Erfahrungen ausgetauscht und nach nachhaltigen Lösungen für die Zukunft gesucht. Kaohsiung, eine Stadt im Südwesten von Taiwain, stand einen ganzen Monat lang im Zeichen der sanften Mobilität. Zum einen wurde anläßlich des EcoMobility World Festivals demonstriert, wie es sein könnte, wenn Städte ihren Autoverkehr reduzieren.

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Zum anderen bot ein dreitägiger Kongress mit internationalen Teilnehmern für einen lebhaften und weltweiten Erfahrungsaustausch. Hinter der Veranstaltung, die alljährlich in einer anderen Stadt über die Bühne geht, steht ICLEI – ein einzigartiger weltweiter Verband von inzwischen über 1.500 aktiven Städten und Gemeinden, die sich der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet haben. Besonders zeichnet sich die Organisation dadurch aus, dass sie direkt vor Ort gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen arbeitet.In Kaohsiung leben knapp 2,8 Millionen Einwohner, zudem befindet sich hier einer der größten Häfen der Welt.

 

Bei der Eröffnungsparade schien die ganze Stadt dabei sein zu wollen. Man sieht, wie wichtig das Thema Mobilität für alle ist. Fotos: SI/MÜLLER

Li.: Camilla Ween spricht sich für urbane Seilbahnen aus. Mitte: Die Bürgermeisterin von Kaohshiung, Chen Chu (Mitte) bei der Podiumsdiskussion. Rechts: Gregor Mews, Direktor der Urban Synergies Group Australien, liest mit Interesse die SI-Urban. Fotos: SI/MÜLLER

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Die Stadt ist geprägt von reger Betriebsamkeit, von überfüllten Straßen, auf denen sich tausende von Autos und Mopeds täglich ihren Weg bahnen. Dieses Bild sieht man aber nicht nur in Kaohsiung: In jeder anderen Großstadt gibt es die gleichen Probleme und Fragen. Was kann man tun, damit Menschen ihre Autos stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen?

 

 

Welche Alternativen gibt es und wie kann man lebenswerten Raum in der Stadt schaffen, den die Menschen, die darin wohnen, für sich und ihre Nachkommen sinnvoll nützen können? Unter dem Motto „Liveable, Shared, Intelligent“ erzählten Bürgermeister, Städteplaner, Verkehrsentwickler, Professoren, Marketing- Spezialisten u.v.a. aus insgesamt 53 Ländern von „ihrer“ Stadt und wie man dort versuche, nachhaltige Transportlösungen zu finden.

Seilbahnen als Alternative
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Nicht nur von Car-Sharing, E-Cars und E-Bikes, autonom fahrenden Bussen etc. war die Rede, sondern auch von Seilbahnen. Camilla Ween, Direktorin von Goldstein Ween Architetcs aus London und dort vor allem für Urbanes Planen und Urbanen Transport zuständig, ist sich sicher, dass Menschen den Verkehr hassen. „Der Verkehr mindert die Lebensqualität, in dem er Stress verursacht, die Luft verschmutzt und uns keinen Platz mehr lässt.

Daher sollte man sich grundsätzlich einmal von dem Gedanken der Straße befreien“. Eine Seilbahn, wie sie in Medellin gebaut wurde, könne sie sich auch an anderen Orten gut vorstellen. „In dieser Stadt“, so Ween, „wurde nicht nur das Transportproblem gelöst, sondern jetzt kann man in Viertel gehen, in denen sich vor 15 Jahren niemand hineingetraut hätte.“ Die Seilbahn als Alternative mit in Überlegungen der Verkehrsexperten einzubeziehen, sei dringend nötig, meint Ween. „Zur Zeit hält vermutlich noch die Tradition und die Gewohnheit viele Planer von dieser Lösung ab“, sagt die Expertin. bm

Oben: Das Moped ist in Kaoshiung das beliebteste Verkehrsmittel – die U-Bahnen werden hingegen kaum genutzt. Li: Limin Hee aus Singapore berichtete von ihren Erfahrungen in Singapore. Auch sie sieht die Seilbahn als eine nachhaltige Alternative. Fotos: SI/MÜLLER